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Podiumsdiskussion in Chicago
(Audio) If I myself were an American citizen and a Christian and a theologian, then I would try to elaborate a theology of freedom -- a theology of freedom from, let us say, from any inferiority complex over against good old Europe from whence you all came, or your fathers. You do not need to have such an inferiority complex. That is what I have learned these weeks. You may also have freedom from a superiority complex, let us say, over against Asia and Africa. That's a complex without reason. Then I may add -- [your theology should also be marked by] freedom from fear of communism, Russia, inevitable nuclear warfare and generally speaking, from all the afore-mentioned principalities and powers. Freedom for which you would stand would be the freedom for -- I like to say a single word -- humanity. Being an American theologian, I would then look at the Statue of Liberty in the New York Harbor. I have not seen that lady, except in pictures. Next week I shall see her in person. That lady needs certainly a little or, perhaps, a good bit of demythologization. Nevertheless, maybe she may also be seen and interpreted and understood as a symbol of a true theology, not of liberty, but of freedom. Well, it would be necessarily, a theology of freedom. Of that freedom to which the Son frees us [cf. Jn 8.36], and which as His gift, is the one real human freedom. My last question for this evening is this: Will such a specific American theology one day arise? I hope so |
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Gespräch mit der Kirchlichen Bruderschaft in Württemberg (1963.7.15) (Audio) Kann man das eigentlich so fragen: wie man «die Gemeinde in rechter Weise bei ihrem Amen auf das gehörte Wort behaften» könne? Kann das überhaupt unsere Sache sein, die Gemeinde da so zu behaften? Die wird wohl von ganz anderer Seite behaftet. Und schließlich, auch ihr Amen kann ja eigentlich nur eine Antwort sein auf das Amen, das wieder von ganz anderer Seite gesprochen ist. So daß dann die sogenannten «wir», die danach fragen - wo in der Hauptsache wohl gemeint sind: die Herren Pfarrer, die da mit der Gemeinde umgehen -, eigentlich nur dabei sein können, wie von ganz anderer Seite ein Amen gesprochen wird zu dem, was sie von ihrer Kanzel oder von ihrem Pültlein her allenfalls vorzubringen haben, und dabei sein können, wie die Gemeinde bei diesem Amen behaftet wird. Ich würde also zu diesem Introitus die Anmerkung machen: ob es nicht gut wäre, wenn der Pfarrer, der Prediger, der Diener am Wort usf. sich doch möglichst bestimmt bloß als Zeuge verstehen würde - und nicht als einer, der nun «das Wort» zu verkündigen hat. Ach du liebe Zeit, das Wort, das wir verkündigen ... ! Wenn es ein gutes Wort ist, so kann es eben nur das Wort eines ..., ja, eines Zeugen sein, der seinerseits etwas gehört hat und nun den anderen sagt: so habe ich es gehört, hört ihr’s nicht auch? – ... Dienst, Dienst und noch einmal Dienst – und in keiner Weise versteckte Herrschaft!
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Schweizerdeutsch Schmalenbach: I möcht in das letschti Gspröch no e Begriff ynebringe, wo in Ihrer Theologie, sowyt ich informiert bi, sehr wichtig isch. I möcht 's aber vom Mozart us formuliire. Ich möcht's so formuliire: Wenn me über dr Mozart stammlet, meh als redt, in syner Begaischterig, drno ka me z'höre beko: es sig "begnadeti Musig", är sig e "begnadete Musiger". Und do stäckt ebe das Wort "Gnad" drin, wo nun e zentral Wort in Ihrer Theologie isch, wo mr aber sicher erkläre muess. Barth: I bi froh, dass Si vorig das Wort "fascht" bruucht hend: dass mr fascht am Ziil sind. Und do kömme me jetzt zue däm, wo Si drno froge. Sie wend jo vo mir ebbis höre über my Läbe-n-und my Dängge und so wyter. Und jetz hend mir einiges gha vo Theologie. Mir hend vo dr Wält gredet, vo de Politik. Mir hend zletscht e paar Aadütige gmacht über d'situation in dr Kirche. Luege Si, Frau Schmalebach, ich bi letschtlig wäder in dr Theologie dahaime no in dr politische Wält no au in dr Kirche, sondere das sind alles no vorberaitendi Sache -- ärnschthaft, aber vorberaitend, wo me lehre muess, drinz'stoh -- voll drinz'stoh. Das möcht ich au -- au mit dem fröhlige Rand, nit wohr? Schmalenbach: Ja. Barth: Aber glychzytig drüber uuse luege. Und dört kämte mr jo uf das Wort, wo Si jetz do ygfüert hen: das Wort "Gnad". Ja, das Wort "Gnad" ghört au e bizzli zue dene abgnutzte Worte. I ha 's vil bruucht und muess es au bruuche. Aber widerum, ebe, "begnadet", das ka so vil haisse. Du liebi Zyt, 's ka-n-e begnadete Schachspieler oder Fuessballspieler [und] so wyter gäh, gälle Si. Mitem Wort "Wunder" isch 's grad au eso. Also, Vorsicht! Schmalenbach: Aber wenn me mit emene Theolog, wenn me mit em Karl Barth redt, isch en anderi Gnad gmaint? Barth: ... isch en anderi Gnad gmaint. Und jetz, luege Si, jetz kämt i uf das, wo-n-i aigentlig dahaime bi. Oder ich möcht jetz sage: uf dä, by däm ich aigentlig daheime bi! Gnad isch au nur e vorläufig Wort. Und 's letscht Wort, wo-n-ich au als Theolog und letschtlig als Politiker z'sage ha, isch nit eso-n-e Begriff wie "Gnad", sondere isch e Name: Jesus Christus. Är isch d'Gnad, nit wohr? Und är isch 's Letschte, jänsyts vo Wält und Kirche und au vo Theologie. Mer könne-n-en nit yfange, aber hend's mit ihm z'tue. Und was ich mi bemüeht ha i mym lange Läbe, isch in zuenähmendem Maass das gsi: dä Name uuse-z'hebe und z'sage: dört! "Es isch in keinem Namen Heil als in däm Name". Und dört isch denn au d'Gnad und dört isch denn au dr Aatriib zur Arbet, au dr Aatriib zum Kampf, au dr Aatriib zur Gmainschaft, au dr Aatriib zum Mitmensch, -- alles, was ich in Schwachheit und in Torheit probiiert ha i mym Läbe, aber dört isch's.
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Deutsch Schmalenbach: In das letzte Gespräch möchte ich noch einen Begriff hineinbringen, der in Ihrer Theologie, soweit ich informiert bin, sehr wichtig ist. Ich möchte aber von Mozart aus formulieren. Ich möchte es so formulieren: Wenn man in seiner Begeisterung über Mozart stammelt -- mehr als daß man redet --, so kann man zu hören bekommen: es sei "begnadete" Musik, er sei ein "begnadeter" Musiker. Und da steckt eben das Wort "Gnade" drin, das nun ein zentrales Wort in Ihrer Theologie ist, das man aber sicher erklären muß. Barth: Ich bin froh, daß Sie vorhin das Wort "fast" gebraucht haben: daß wir "fast" am Ziel sind. Und da kommen wir jetzt zu dem, wonach Sie mich fragen.Sie möchten ja von mir etwas hören über mein Leben und Denken usw. Und jetzt haben wir einiges von Theologie gehabt. Wir haben von der Welt geredet, von der Politik. Wir haben zuletzt ein paar Andeutungen gemacht über die situation in der Kirche. Sehen Sie, Frau Schmalenbach, ich bin letztlich weder in der Theologie daheim noch in der politischen Welt noch auch in der Kirche. Das sind alles noch vorbereitende Sachen: [wohl] ernsthaft, aber [nur] vorbereitend -- bei denen man lernen muß, darin zu stehen, voll darin zu stehen. Das möchte ich auch, auch mit dem fröhlichen Rand, nicht wahr? Schmalenbach: Ja. Barth: Aber gleichzeitig [müssen wir] darüber hinausschauen. [542] Und da kämen wir ja auf das Wort, das Sie jetzt da eingeführt haben: das Wort "Gnade". Ja, dieses Wort "Gnade" gehört auch ein bißchen zu diesen abgenutzten Worten. Ich habe es viel gebraucht und muß es auch brauchen. Aber wiederum, eben: "begnadet", das kann vieles heißen. Du liebe Zeit, es kann einen "begnadeten" Schachspieler oder Fußballspieler usw. geben. Gerade mit dem Wort "Wunder" ist es auch so. Also Vorsicht! Schmalenbach: Aber wenn man mit einem Theologen, wenn man mit Karl Barth redet, ist eine andere Gnade gemeint? Barth: ... ist eine andere Gnade gemeint. Und jetzt, sehen Sie, jetzt komme ich auf das, wo ich eigentlich daheim bin -- oder ich möchte jetzt sagen: auf den, bei dem ich eigentlich daheim bin. "Gnade" ist auch nur ein vorläufiges Wort. Und das letzte Wort, das ich -- auch als Theologe und letztlich als Politiker -- zu sagen habe, ist nicht so ein Begriff wie "Gnade", sondern ist ein Name: Jesus Christus. Er ist die Gnade, nicht wahr? Und er ist das Letzte, jenseits von Welt und Kirche und auch von Theologie. Wir können ihn nicht einfangen, aber haben es mit ihm zu tun. Und das, worum ich mich in meinem langen Leben bemüht habe, war in zunehmendem Maße das: diesen Namen hervorzuheben und zu sagen: dort! "Es ist in keinem Namen Heil als in diesem Namen". Und dort ist dann auch die Gnade. Und dort ist dann auch der Antrieb zur Arbeit, auch der Antrieb zum Kampf, auch der Antrieb zur Gemeinschaft, auch der Antrieb zum Mitmenschen -- alles, was ich in Schwachheit und Torheit in meinem Leben probiert habe, aber dort ist's
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